Nachlese: Genießen und Wundern auf dem Kunstwanderweg

Nachlese: Genießen und Wundern auf dem Kunstwanderweg

Zwischen Kunst und Landschaft – unterwegs auf dem Kunstwanderweg rund um Wiesenburg


Es sind diese Tage, an denen sich der Sommer zurücknimmt und die Landschaft umso stärker wirken kann. Der 04. Juli 2026 war genau so ein Tag – angenehm kühl, mit gedämpftem Licht und einer ruhigen, fast stillen Atmosphäre.

Das Wetter zeigte sich von seiner angenehmen Seite: eher kühl für einen Sommertag, mit wenig direkter Sonneneinstrahlung – ideale Bedingungen zum Wandern.

Unsere Wanderung führte in die abwechslungsreiche Landschaft rund um Wiesenburg im Naturpark Hoher Fläming – eine Region, die mit ihrer Mischung aus Natur und Kultur immer wieder begeistert.

Ein sanfter Auftakt im Schlosspark

Blick auf ein Blumenparterre eines Schlossgartens, im Hintergund hohe Bäume
Schlosspark Wiesenburg (Foto: U. Braun)

Ausgangspunkt war der idyllische Schlosspark in Wiesenburg, der mit altem Baumbestand und liebevoll gestalteter Gartenkunst einen stimmungsvollen Auftakt bot. Die Wanderung begann auf der großen Terrasse am Schloss, wo das prächtige Blumenparterre (symmetrisch angelegte Beete mit kunstvollen Ornamenten), alte Bäume und geschwungene Wege den Blick immer wieder neu über die Parklandschaft lenkten. Ein wunderbarer Einstieg in eine Wanderung.

Kunst in weiter Landschaft

Wanderschuhe in einer Plexiglas-Säule
Kunstwerk „Unverhoffte Begegnung zweier
Wanderstiefel mit der großen Rummel“ von Walter Gramming und ushi f (Foto: U. Braun)

Mit dem Übergang auf den Internationalen Kunstwanderweg von der Ortslage Wiesenburg in Richtung Schlamau veränderte sich die Szenerie. Die Strecke beeindruckte durch ihre gelungene Verbindung von Naturerlebnis und künstlerischen Akzenten. Immer wieder luden Installationen und Skulpturen dazu ein, innezuhalten und die Umgebung aus neuen Perspektiven zu betrachten.

Mittendrin immer wieder künstlerische Arbeiten, die wie bewusst gesetzte Akzente wirkten.

Gitterskulptur in Forn eines Findlings
Kunstwerk „Findling“ von Hartmut Renner (Foto: U. Braun)

Hier wurde deutlich, dass Kunst nicht als Fremdkörper gedacht ist, sondern als Einladung zum bewussteren Sehen. Die Werke entlang des Weges greifen Themen der Umgebung auf, spielen mit Geologie, Natur und Geschichte.

Eindrucksvolle Akzente setzte der Pfad entlang der „Schlamauer Bögen“. Die geschwungenen, baumbestandenen steilen Hänge bildeten einen spannenden Kontrast zu den feuchten Wiesen am Hangfuß. Die Schlamauer Bögen wirkten gleichzeitig beeindruckend und selbstverständlich, als gehörten sie schon lange zu dieser Landschaft.

Schmerwitz – ein Gut mit Geschichte

Backsteinkirche
Gutskirche Schmerwitz (Foto: U. Braun)

Mit Schmerwitz wurde ein Ort erreicht, der mehr ist als ein Zwischenziel. Das ehemalige Gut, heute ökologisch bewirtschaftet, steht exemplarisch für den Wandel der Region: von historischer Gutswirtschaft über volkseigene Landwirtschaft und Suchthilfeprojekt hin zu nachhaltiger Nutzung. Die umgebenden Gebäude und Flächen – Wiesen, Felder, Streuobst – erzählen von dieser Geschichte.

Ruhige Wege abseits der Markierungen

Hinter Schmerwitz änderte sich die Stimmung erneut. Der Kunstwanderweg wurden verlassen, stattdessen führten schmalere, unmarkierte Wege in den Wald hinein. Hier wurde es leiser – nur das Rascheln der Blätter und der Duft von trockenem Waldboden begleiteten den Weg.

Weg in einem Laubwald
Waldweg bei Schmerwitz (Foto: U. Braun)

Dieser Abschnitt brachte eine ganz eigene Ruhe mit sich – fernab der bekannten Routen, begleitet vom Rascheln der Blätter und dem Duft des Waldes.

Ein sommerlich angenehmer Abschluss – mit einem Hauch Nieselregen

Erst auf dem letzten Kilometer setzte leichter Nieselregen ein, der die Stimmung jedoch eher unterstrich, als trübte.

Auf den letzten Kilometern setzte feiner Nieselregen ein. Kein Wetterumschwung, eher ein Übergang – als würde der Tag langsam ausklingen.

Auf den letzten Kilometern setzte feiner Nieselregen ein – kaum mehr als ein Schleier, der die Farben noch einmal weicher zeichnete. Statt zu stören, fügte er sich in die ruhige Stimmung des Tages ein.

Ankommen und nachklingen lassen

Wanderweg mit Wasserhochbehälter im Hintergrund
Wasserturm Wiesenburg (Foto:U. Braun)

Zurück in Wiesenburg durfte ein gelungener Abschluss natürlich nicht fehlen: Im Eiscafé am Schlosstor ließen wir die Wanderung entspannt ausklingen. Bei einem Kuchen oder Eis bot sich Gelegenheit, die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren und die Wanderung entspannt ausklingen zu lassen.

Fazit

Eine Wanderung, die sowohl durch Höhepunkte als auch durch ihr Zusammenspiel überzeugt: Kunst und Landschaft, Weite und Wald, Bewegung und Ruhe. Der Hohe Fläming zeigte sich dabei von seiner stillen, eindrucksvollen Seite.

Diese Wanderung verband auf besondere Weise Naturerlebnis, kulturelle Elemente und ruhige Rückzugsorte. Der Hohe Fläming zeigte sich einmal mehr als vielseitige Wanderregion – ideal für alle, die Landschaft bewusst erleben und dabei auch ungewöhnliche Wege entdecken möchten.

Die abwechslungsreiche Wegeführung – zwischen offenen Landschaften, künstlerischen Elementen und stillen Waldpassagen – machte diese Tour besonders vielseitig.

Diese Strecke erzählt keine einzelne Geschichte, sondern viele zugleich: von Landschaft und Nutzung, von Kunst im Raum, von Weite und Rückzug.

Zum Nachwandern

Falls du meinen ca. 13 km langen Wandervorschlag auf dem Kunstwanderweg nachwandern möchtest, bietet dir meine pdf-Karte der Tour (siehe unten) eine Orientierung.

Infos zur Wanderstrecke:

  • Start und Ziel: Touristerei Wiesenburg, Schloßstraße 1, 14827 Wiesenburg
  • Strecke: ca. 13 km, Rundweg, ca. 4 ½ Stunden inkl. Pausen und Einkehr
  • Wegbeschaffenheit: naturbelassene Pfade, Wald- und Feldwege, Straße
  • Anfahrt mit ÖPNV: Regionalbahn RE 7 bis Bhf. Wiesenburg (Mark), weiter mit Buslinie 588 bis Haltestelle „Wiesenburg, Ortsmitte“ (Stand Juli 2026)
Meine Rundwanderung auf dem Internationalen Kunstwanderweg